Seit einigen Tagen ist in Deutschland Apple Pay verfügbar, seit Monaten Google Pay. Doch nur, weil es verfügbar ist, muss man damit noch lange nicht überall zahlen können.

Gerade die Läden auf dem Land müssen jetzt umdenken und langsam das Bezahlen per Kreditkarte zulassen, denn diese sind anfällig dafür, wegen genau solcher „Technologiesprünge“ Kundschaft zu verlieren.

Ein konkretes Beispiel:

Neulich wollte ich eine Cola und eine Packung Kaugummi in der örtlichen (freien) Tankstelle mit Kreditkarte bezahlen, da ich an diesem Tag kein Bargeld bei mir hatte, und ich bei N26 auch keine reguläre EC-Karte mehr besitze.

Auf meine Info an den Kassierer, ich möchte gerne mit Karte zahlen, kam nur „Also da musst Du mindestens für 10 € Einkaufen, weil ich sonst draufzahle“.

Für mich als Unternehmer sind solche Aussagen und ein solches Verhalten schlichtweg nicht in Ordnung, denn wir leben immerhin im Jahr 2018 und nicht im Jahr 1988. Seitdem meide ich das Geschäft aus Prinzip und gehe hier lieber in Nürnberg zu einem Geschäft, dass mich mit meiner Wunschbezahlmethode bezahlen lässt.

Solange es in Deutschland diese lächerliche und völlig unnötige 10 € Grenze beim Bezahlen mit Karte, was ja auch Apple- und Google Pay betrifft, gibt, sehe ich schwarz, dass sich unser Kaufverhalten und auch der technische Fortschritt, bzw. die Bereitschaft für den technischen Fortschritt im örtlichen Geschäft ändert.

Deswegen haben Amazon, Ebay, sowie die großen Discounter mehr Chancen auf Kundschaft als der alteingesessene Bauernladen um die Ecke. Nur darf sich dann letzterer nicht wundern, warum ihm irgendwann die Kundschaft ausgeht, wenn man als Geschäft(smann/-sfrau) nicht mit der Zeit und dem Stand der Technik geht.

Bevor, wie t3n es so Fanboy-like geschrieben hat, die große Revolution mit Apple Pay im E-Commerce kommt, muss erst einmal der lokale Handel umdenken, ansonsten sehe ich schwarz für eine Revolution im Bezahlverhalten der deutschen Konsumenten.

Solange man aber noch aus Bequemlichkeit und veraltetem Denken „Früher war alles besser bla bla bla“ die Knebelverträge mit Terminalherstellern und Banken behält, anstatt auf günstigere alternativen, wie SumUp z.B., umzusteigen, hat man nur noch ältere Menschen als Kundschaft nebst denen, die halt nicht mit dem Smartphone bezahlen wollen oder können. Langfristig muss auch der kleinste Verkäufer hier aber einsehen, dass eine solche Kundschaft irgendwann weg, oder schlichtweg nicht Profitbringend ist.

Bild: © BITS & LIFE